Der Griff der „Experten“ (Folge 4)
Bisher haben wir gesehen, wie die Europäische Union (EU) und ihre Institutionen, insbesondere die Europäische Kommission, sich in die Bildung der öffentlichen Meinung einmischen, durch die propagandistische Konstruktion äußerer Gefahren – Russland – und innerer – die „Impfgegner“ oder, im weiteren Sinne, jeder Teil des Volkes, der mit ihrer Agenda nicht einverstanden ist. In dieser Folge kommen wir auf die Mitteilung der Europäischen Kommission über die „Verstärkte Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten“ zurück, um den Griff einer der einflussreichsten Pharmalobbyistinnen Europas, ja der Welt, aufzuzeigen: Heidi Larson.
Diese Experten, die in den Korridoren der Macht umgehen
Damals empfahl die Mitteilung [1] unter anderem nicht nur die Erstellung eines Berichts über die Impfzurückhaltung in Europa, sondern auch, diese Forschungen durch verhaltenswissenschaftliche Ansätze zu ergänzen, um die Maßnahmen an die Zielgruppen anzupassen, die Schaffung eines digitalisierten europäischen Systems zur Erfassung des Impfstatus der Bevölkerung, um diese Daten auszuwerten, die Durchführung einer „Aufklärungskampagne“ über Impfstoffe, die sich an die Medien richtet – sprich: „Kommunikationsstrategie“ oder „Propaganda“, da es darum ging, der „Desinformation“ und den „Mythen“ über die Impfstoffsicherheit zuvorzukommen – sowie die Förderung der Rolle der EU im Bereich der globalen Gesundheit und der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) durch die Zusammenarbeit mit der WHO und internationalen NGOs wie der Global Alliance for vaccination and Immunisation (GAVI) und der Coalition for Epidemic Preparedness Initiatives (CEPI).
Eine der Quellen, auf die sich diese Mitteilung zur Impfzurückhaltung stützt, ist ein Artikel von Heidi Larson et al. (2016) [2]. Dieser betont einerseits die Bedeutung der geäußerten Vorbehalte gegenüber der Impfstoffsicherheit, insbesondere in Europa [3], und andererseits die Notwendigkeit, dem durch eine kontinuierliche Beobachtung der skeptischen Bevölkerungsgruppen als Träger einer negativen Wahrnehmung von Impfstoffen abzuhelfen. Doch an keiner Stelle wird vorgeschlagen, den Gründen dafür nachzugehen, als ob diese Vorbehalte auf keinerlei Realität beruhten.
In den Erklärungen zu Interessenkonflikten dieses Artikels wird nicht nur vermerkt, dass Heidi Larson [4] dem Vaccine Confidence Project [5] angehört, das an der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) angesiedelt ist und Mittel von Novartis, GSK und Merck für Forschungen zur Impfzurückhaltung erhalten hat, und dass das VCP finanziert wird von: der Kommission über die Innovative Medicines Initiative (IMI), der WHO und dem European Centre for Disease Control (ECDC). Nicht erwähnt wird hingegen, dass das VCP auch Mittel von GSK, Merck, Johnson & Johnson sowie von der European Federation of Pharmaceutical industries and Associations [6] (EFPIA oder Europäischer Dachverband der Arzneimittelunternehmen und -verbände) erhält. Letzterer vertritt nicht nur die Lobby der Pharmaindustrie im Allgemeinen [7], [8], sondern ausdrücklich auch die der Impfstoffentwicklung in Europa über Vaccine Europe [9] (VE), gegründet 1991, die die großen Pharmakonzerne vereint [10]. Das VCP unterhält außerdem Partnerschaften [11], unter anderem mit: den Centres for Disease Control & Prevention (CDC) der USA, Europas und Afrikas, der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), der Europäischen Kommission, der Charité [12], dem Imperial College [13], der Universität Antwerpen [14], Public Health England (PHE) [15], dem Robert Koch Institut (RKI) [16], der WHO, dem World Health Summit (WHS) [17], dem britischen transatlantischen Thinktank Chatham House [18] und Facebook.
Das Paar Larson-Piot
Larson, Professorin an der London School of Hygiene and Tropical Medicine, erhielt Mittel von Novartis, Merck (wo H. Larson dem strategischen Beirat für Impfstoffe angehörte) und GSK, um sich gezielt mit dem Problem der Impfzurückhaltung zu befassen. Erinnern wir in diesem Zusammenhang daran, dass es der H1N1-Impfstoff von GSK, Pandemrix, war, der Narkolepsien verursachte [19], [20], [21], was letztlich erst wenige Monate nach der Veröffentlichung dieser Mitteilung im Dezember 2018 nachgewiesen wurde [22]. Ein zeitlicher Zusammenhang? Die LSHTM wurde auch von der Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF) [23] mit fast 265,4 Mio. $ zwischen 2000 und April 2018 finanziert. Inzwischen beläuft sich dieser Betrag auf mehr als 308,6 Mio. $ (März 2022). Ein Teil dieses Geldes (mehr als 37,3 Mio. $, 2008-2021 [24]) war auch für die Impfstoffforschung bestimmt, wovon mehr als 11,3 Mio. $ allein in den 12 Monaten vor der Mitteilung gezahlt wurden [25]. Direktor der LSHTM ist Peter Piot, der Ehemann von H. Larson [26]. Dank der Recherche „Inside Corona“ [27] wissen wir auch, dass H. Larson eine langjährige Lobbyistin von GSK ist, die sich den Kampf gegen die Impfzurückhaltung zur Aufgabe gemacht hat. Sie arbeitet seit 2013 an der Ausarbeitung einer Medienstrategie, um Angst zu verbreiten und den Massen die Gefährlichkeit von Krankheiten einzuschärfen, damit sie sich impfen lassen [28].
Peter Piot [29] wiederum wurde 2009 von der BMGF als Hauptprüfer eingestellt. Seit 2017 ist er Mitglied des Verwaltungsrats der CEPI [30], die mit Unterstützung der BMGF, des Wellcome Trust und der Regierungen Deutschlands, Indiens, Japans und Norwegens beim Treffen des World Economic Forum (WEF) 2017 in Davos gegründet wurde [31]. Er war Sonderberater für Covid der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen [32]. Die medizinischen Lösungen, die die CEPI befürwortet, beschränken sich auf die Entwicklung von Impfstoffen sowie die Ausweitung ihrer Zugänglichkeit [33]. Mit einem Gesamtbudget von rund 2,2 Mrd. $ für den Zeitraum 2017-2021 [34] war die Kommission mit fast 200 Mio. $ der 4. Beitragszahler der CEPI, noch vor der BMGF mit 121,8 Mio. $ [35], [36]. Allerdings war die BMGF bei der Gründung der CEPI mit 100 Mio. $ von anfänglich 450 Mio. $ beteiligt [37], was ihr bei deren Konzeption mehr Einfluss verlieh, als man ihr 2022 zuschreiben würde.
Ein gut orchestrierter Plan
Reiner Zufall also, dass die Mitteilung der Kommission den Eindruck erweckt, von Pharmalobbyisten geschrieben worden zu sein? Gewiss handelt es sich nur um eine Quelle, aber sie ist sicherlich nicht unabhängig. Die Autorin gab, wie zufällig, ein Interview [38] zu diesem Thema, das die Kommission am Tag der Veröffentlichung ihrer Mitteilung, dem 26. April 2018, verbreitete. Im selben Jahr (aktualisiert 2020) veröffentlichte sie außerdem einen von der Kommission in Auftrag gegebenen Bericht [39] (wie in der Mitteilung empfohlen) über die Impfzurückhaltung. Dieser bestätigt natürlich grosso modo alles, was in der Mitteilung gesagt wird.
Umso interessanter ist, dass darin die Unsichtbarkeit von Krankheiten und Tod als Problem und als erster Grund für die Impfzurückhaltung zu Beginn der Mitteilung benannt wird. Die implizite Schlussfolgerung wäre, diesem Problem abzuhelfen, indem man die Krankheiten sichtbar macht, sei es durch Medienkampagnen und Schockbilder, sei es durch andere Maßnahmen, die an die unmittelbare Gefahr erinnern. Zu diesem Schluss kommt auch der Autor von Inside Corona, T. Röper, der den Prolog seines Buches den Machenschaften von H. Larson in den letzten Jahren widmet. Er erklärt darin, wie sie sich seit dem Scheitern der H1N1-Impfstoffe dem Thema Impfzurückhaltung verschrieben hat, nicht um sie zu verstehen, sondern um sie zu beseitigen und so die Einnahmen der Pharmaindustrie zu steigern, in deren Sold sie steht [40].
Dieser Bericht erscheint nur wenige Wochen bevor der Rat der Europäischen Union [41] einen Vorschlag der Kommission billigt, die Mitteilung über die verstärkte Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten [42]. Diese Mitteilung, über die wir in der vorherigen Folge gesprochen haben [43], greift eine ganze Palette von Vorschlägen für Maßnahmen auf, die bereits in der Mitteilung über die verstärkte Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten genannt wurden [44], angesichts der Impfzurückhaltung in Europa, und vor allem, mit welchen Organisationen sich die EU in diesem Kampf verbünden sollte: GAVI und CEPI.
Von Colin Meier, unabhängiger Bürgerjournalist und Korrespondent von BAM! für Deutschland
[1] https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:b86c452c-494e-11e8-be1d-01aa75ed71a1.0023.02/DOC_1&format=PDF
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5078590/
[3] Vor allem in Frankreich und Italien. Das würde möglicherweise erklären, warum diese beiden Länder ganz zu Beginn von Covid Ziel einer medialen Panikkampagne waren, aber auch das Trommelfeuer auf die europäische Bevölkerung, insbesondere die italienische und französische, mit einer Propagandakampagne, einem drakonischen Maßnahmenregime und einer verbissenen Impfkampagne.
[4] Mehr über H. Larson im BAM-Artikel über die Interessenkonflikte der parlamentarischen Experten (auf Französisch): https://bam.news/articles/experts-parlementaires-sous-influences/#_ktjq55jcgf2v
[5] https://www.vaccineconfidence.org/partners-funders
[6] https://www.efpia.eu/about-us/
[7] https://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=38526121292-88
[8] https://lobbyfacts.eu/representative/0e0020135cfc4775bb5a4bd0313b120d/european-federation-of-pharmaceutical-industries-and-associations
[9] https://www.vaccineseurope.eu/about-us
[10] https://www.vaccineseurope.eu/about-us/our-members
[11] https://www.vaccineconfidence.org/partners-funders
[12] Die Charité ist das Berliner Universitätsklinikum, an dem Prof. Drosten, der Entwickler des PCR-Tests für SARS-CoV-2, einen Lehrstuhl innehat. Das Klinikum hat seit 2018 fast 900.000 $ von der BMGF erhalten: https://www.gatesfoundation.org/-/media/files/bmgf-grants.csv
[13] Die Universität von Prof. Ferguson, bekannt für seine katastrophalen Vorhersagen und mit dem Spitznamen Prof. Lockdown. Die Universität hat fast 303,6 Mio. $ an Unterstützung von der BMGF erhalten: https://www.gatesfoundation.org/-/media/files/bmgf-grants.csv
[14] Von der BMGF mit mehr als 12,3 Mio. $ finanziell unterstützt: https://www.gatesfoundation.org/-/media/files/bmgf-grants.csv
[15] Die englische Gesundheitsbehörde, von der BMGF mit mehr als 7,4 Mio. $ unterstützt: https://www.gatesfoundation.org/-/media/files/bmgf-grants.csv
[16] Das deutsche Institut für öffentliche Gesundheit, von der BMGF mit fast 753.000 $ unterstützt: https://www.gatesfoundation.org/-/media/files/bmgf-grants.csv
[17] Organisiert von der Bundesregierung und unterstützt von der WHO, der Pharmaindustrie, deutschen Mainstream-Medien und Wikipedia, zahlreichen mit der Pharmaindustrie verbundenen Stiftungen, darunter die BMGF, zahlreichen Universitäten usw.: https://www.worldhealthsummit.org/partner.html
[18] Chatham House wird seit 2006 und regelmäßiger seit 2011 von der BMGF finanziell unterstützt. Der Gesamtbetrag bis 2021 beläuft sich auf fast 3 Mio. $: https://www.gatesfoundation.org/-/media/files/bmgf-grants.csv
[19] https://helda.helsinki.fi/bitstream/handle/10138/300884/pdf.pdf?sequence=1&isAllowed=y
[20] https://web.archive.org/web/20110217101203/http://www.lakemedelsverket.se/english/All-news/NYHETER-2010/The-MPA-investigates-reports-of-narcolepsy-in-patients-vaccinated-with-Pandemrix/
[21] https://www.bmj.com/content/362/bmj.k3948.full
[22] https://www.pnas.org/doi/full/10.1073/pnas.1818150116
[23] https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants?q=London%20School%20of%20Hygiene%20and%20Tropical%20Medicine
[24] https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants?q=London%20School%20of%20Hygiene%20and%20Tropical%20Medicine&topic=Vaccine%20Development
[25] https://www.gatesfoundation.org/about/committed-grants/2017/06/opp1167526
[26] https://www.ft.com/content/da2cf694-4970-11e4-8d68-00144feab7de
[27] https://www.j-k-fischer-verlag.de/J-K-Fischer-Verlag/INSIDE-CORONA--10647.html
[28] https://bam.news/societe/investigation/inside-corona-la-pandemie-le-reseau-les-tireurs-de-ficelles-les-vraies-raison-derriere-le-covid-19
[29] https://bam.news/articles/experts-parlementaires-sous-influences/
[30] https://cepi.net/about/whoweare/
[31] https://www.weforum.org/events/world-economic-forum-annual-meeting-2017/player?p=1&pi=1&id=83199
[32] https://bam.news/societe/investigation/focus-inside-corona-plongee-en-apnee-dans-les-reseaux-d-influence-des-ong
[33] https://cepi.net/about/whyweexist/
[34] https://cepi.net/wp-content/uploads/2022/02/250322_CEPI_Investment-Overview.pdf
[35] https://www.gatesfoundation.org/-/media/files/bmgf-grants.csv
[36] Interessant ist, dass die überwiegende Mehrheit der Mittel der CEPI von öffentlichen Investoren (Regierungen) stammt. Laut dem Journalisten Thomas Röper, dem Autor von Inside Corona, gehört das zum Geschäftsmodell. Steinreiche Philanthropen suchen nach Möglichkeiten, in ihre Vision zu investieren, ohne dabei zu viel eigenes Geld zu riskieren. Deshalb greifen sie auf Lobbyarbeit zurück, um ihre Interessen voranzubringen, verpacken sie in einem edlen Anliegen und alarmieren die Regierungen der Welt über das drohende Problem und die absolute Notwendigkeit zu handeln. Dann bieten sie öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) an, die sie zwar mit viel Geld mitfinanzieren, die aber im Gegenzug ein Vielfaches der von ihnen selbst investierten Summe an öffentlichen Mitteln erhalten. Die CEPI etwa wurde im Zeitraum 2017-2021 zu 88,4 % aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die BMGF trug nur etwa 5,5 % bei, was bereits enorm ist, bedenkt man den Einfluss, den dies einer einzigen Person verleiht. Vor allem aber, da diese Mäzene Vertraute auf Schlüsselpositionen innerhalb dieser ÖPP setzen (wie P. Piot im Verwaltungsrat der CEPI), ist die direkte oder indirekte Entscheidungsmacht, die sie über die Verwendung der gesammelten Mittel haben, unermesslich. ÖPP wie die CEPI wirken also als finanzielle Hebel, dank derer philanthropische Kapitalisten (die man besser „Kapitalanthropen“ nennen sollte) über ein Vielfaches ihrer eigenen Mittel verfügen, die sie dann in die Verwirklichung ihrer Vision investieren können.
[37] https://www.washingtonpost.com/news/to-your-health/wp/2017/01/18/new-global-coalition-launched-to-create-new-vaccines-prevent-epidemics/
[38] https://ec.europa.eu/research-and-innovation/en/horizon-magazine/rise-vaccine-hesitancy-related-pursuit-purity-prof-heidi-larson
[39] https://ec.europa.eu/health/system/files/2018-11/2018_vaccine_confidence_en_0.pdf
[40] Röper, T. (20222) : Inside Corona. Die Pandemie, das Netzwerk & die Hintermänner. Die Wahren Ziele hinter Covid-19. J.K. Fischer Verlag. 24pp.
[41] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/FR/TXT/PDF/?uri=CELEX:32018H1228(01)&from=en
[42] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/FR/TXT/PDF/?uri=CELEX:52018DC0244&from=EN
[43] https://bam.news/societe/investigation/la-propagande-le-revers-poli-de-la-censure-le-peuple-l-ennemi-interieur-episode-3
[44] https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:b86c452c-494e-11e8-be1d-01aa75ed71a1.0023.02/DOC_1&format=PDF
Bildquelle:
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