FOKUS: „Inside Corona“, ein Tauchgang in die Einflussnetzwerke der NGOs

FOKUS: „Inside Corona“, ein Tauchgang in die Einflussnetzwerke der NGOs

Die Recherche „Inside Corona“ von Thomas Röper (2022) [1] hat unter anderem die Funktionsweise der NGO-Netzwerke im undurchsichtigen Umfeld der Covid-Pandemie ans Licht gebracht. Der unabhängige deutsche Journalist schildert darin sehr detailliert die am Werk befindlichen Einflussnetzwerke, in denen die NGOs nicht so unabhängig sind, wie sie glauben machen möchten. Eine unverzichtbare Lektüre für alle, die noch an die Uneigennützigkeit der „Experten“ glauben, Sprachrohre weniger eingestehbarer Interessen, die auf allen politischen Entscheidungen und auf der öffentlichen Meinung lasten.

Wie funktioniert das System, das der deutsche Journalist T. Röper in seiner gründlichen Recherche aufgedeckt hat[2]? Der Begriff NGO umfasst hier alle Formen nichtstaatlicher und nichtkommerzieller Organisationen, also auch Stiftungen, Think Tanks und Lobbys. Grob gesagt gibt es zwei Arten von NGOs: diejenigen, die über ein bedeutendes Finanzkapital verfügen und sich durch „Mäzenatentum“ Einfluss erkaufen, und diejenigen, die nicht über solche Mittel verfügen, aber dank ihrer Adressbücher Einfluss haben. Diese NGOs sind oft über Experten miteinander verbunden, die von den einen finanziert und angestellt werden und in den anderen tätig sind. So entsteht ein Netz vielfältiger Verbindungen, das Interessenkonflikte verursacht, die die Experten beeinflussen.

Kommunizierende Röhren

Die Mehrheit dieser NGOs hat den Statusgemeinnütziger Einrichtungen, was ihnen einerseits eine Aura der Uneigennützigkeit und Unschuld verleiht, andererseits ihren Gründern ermöglicht, von Steuerbefreiungen zu profitieren. Wenn also ihre Geldgeber wie Bill Gates, George Soros oder die Familie Rockefeller als „altruistische Mäzene“ dargestellt werden – ein anderer, vielleicht treffenderer Begriff, den der Autor für sie verwendet, istOligarchen –, muss man sich bewusst sein, dass das Geld, das sie „spenden“, nicht nur der Steuer entgeht, sondern dass sie es in Projekte und Unternehmen investieren, an denen sie beteiligt sind, und im Gegenzug Dividenden erhalten, die dann an die steuerbefreiten Stiftungen zurückfließen.

Auch ihre Transparenz in Bezug auf die finanzierten Projekte ändert daran nichts, denn sie ist nur scheinbar. Die NGOs geben vor, sich den großen Anliegen zu widmen, und greifen regelmäßig auf eine euphemistische, konsensuelle, aber vage Sprache zurück, damit die finanzierten Projekte in den Augen der breiten Öffentlichkeit annehmbar und legitim erscheinen und um sich abzusichern.

Die Rolle der Experten

Diese Projekte funktionieren meist in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP), bei denen die von den Mäzenen und NGOs investierte Anfangssumme medial stark herausgestellt wird, obwohl sie nur einen Bruchteil der später investierten öffentlichen Gelder ausmacht. Und da diese ÖPP oft auf Initiative der NGOs gegründet werden, kontrollieren Letztere sie dank ihrer Experten, die sie in entscheidenden Positionen unterbringen. Um nur zwei zu nennen: Peter Piot und Margaret Hamburg.

Piot ist der Ehemann von Heidi Larson und ehemaliger Direktor (bis Juli 2021) der London School of Hygiene and Tropical Medicine (finanziell mit mehreren hundert Millionen Dollar von der Bill and Melinda Gates Foundation, BMGF, unterstützt), die das Vaccine Confidence Project beherbergt, ein von der BMGF unterstütztes und von H. Larson geleitetes Projekt. P. Piot ist seit 2009 Senior Fellow der BMGF. Er war bis Ende April 2022 Mitglied des Verwaltungsrats der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI, ebenfalls mit mehreren hundert Millionen Dollar von der BMGF unterstützt). Er war Sonderberater für Covid der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen.

Margaret A. „Peggy“ Hamburg wiederum ist Vizepräsidentin und Forscherin der Nuclear Threat Initiative (NTI). Diese vom Milliardär Ted Turner gegründete NGO befasst sich unter anderem mit biologischen Waffen und Biosicherheit und ist eine der NGOs, die in den Jahren vor Covid Pandemieübungen organisierten. M. Hamburg gehörte zu den US-Beamten, die an der Veranstaltung „Universal flu vaccine“ des Milken Institute teilnahmen, bei der sie „die Sprengung des Systems“ der Regulierungen für mRNA-Impfstoffe forderten. Sie war Commissioner der US Foods & Drugs Administration (FDA), stellvertretende Staatssekretärin im US-Gesundheitsministerium und stellvertretende Direktorin des National Institute of Health (NIH, der Behörde von Dr. Fauci). Sie ist Mitglied des Council on Foreign Relations und vor allem Mitglied der Verwaltungsräte der Global Alliance for Vaccines and Immunisation (GAVI, von der BMGF mit rund 5 Mrd. $ finanziert) und der CEPI. Sie gehört dem Global Health Scientific Advisory Committee der BMGF an.

Das Geschäftsmodell des Spinnennetzes

Bei der Lektüre des Buches von T. Röper ist es wichtig zu verstehen, dass der Aufbau des Kapitels über die NGOs wie ein „Spinnennetz“ angelegt ist, in dem man sich vom Rand zur Mitte vorarbeitet, wo die Spinne sitzt, die es gewoben hat. Wer gehört zu diesem Spinnennetz? Da die Liste lang und die Details mühsam sind, beschränkt man sich hier besser auf folgendes Zitat:

„Da die Bill and Melinda Gates Foundation in jedem Kapitel dieses Buches aufgetaucht ist, ist bereits offensichtlich, dass Bill Gates wie die Spinne im Zentrum der Pandemie sitzt. […] Im Übrigen ist es gut möglich, dass auch Rockefeller im Zentrum des Netzes sitzt, aber wie wir gesehen haben, ist die Rockefeller Foundation mit ihren Geldern nicht so transparent und steuert vieles über undurchsichtiges Geld. Aber auch Rockefeller taucht – wie wir gesehen haben – fast überall als Unterstützer bei den Pandemievorbereitungen auf.“ (S. 237)

Es wäre jedoch illusorisch zu glauben, das Buch könne als erschöpfendes Verzeichnis aller an der Covid-Pandemie beteiligten NGOs dienen, weit gefehlt. Der Autor beansprucht dies auch nicht. Klüger wäre es, es als ersten Hinweis, als Grundlage oder Ausgangspunkt für jede Untersuchung der verantwortlichen Netzwerke hinter den seit über zwei Jahren auferlegten Krisenmanagement-Regimen zu sehen. Dies gilt vor allem für jede Untersuchung, die die Spuren der Verantwortlichen auf nationaler und lokaler Ebene nachzeichnen will, denn jede geografische Einheit hat ihre eigenen Befehlsvollstrecker, die sich von den internationalen Verantwortlichen unterscheiden.

 

Von Colin Meier, Bürgerjournalist und Deutschland-Korrespondent bei BAM!


[1] Röper, T. (2022): Inside Corona. Die Pandemie, das Netzwerk & die Hintermänner. Die wahren Ziele hinter Covid-19. J.K. Fischer Verlag. Gelnhausen Hailer.

[2] Siehe die Rezension seines Buches durch BAM! 

Bildquelle:
CC-BY-NC-SA-2.0, Montage auf Grundlage eines Fotos von Colin Meier und eines Fotos von Phil, auf flickr, CC-BY-NC-SA-2.0

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