Neueste Nachrichten von den kanadischen Lkw-Fahrern (1. Februar 2022)

Neueste Nachrichten von den kanadischen Lkw-Fahrern (1. Februar 2022)

Der Freiheitskonvoi – Freedom Convoy 2022 – mit einer Länge von 70 Kilometern ist an diesem Wochenende in Ottawa eingetroffen und auf den Parliament Hill zugesteuert. Die Hauptforderung ist das Ende der Covid-Maßnahmen in ganz Kanada – der „Vax-Pässe“ wie auch der Masken. Das zweite Ziel ist der Rücktritt der Regierung Trudeau. Die kanadische Bewegung hat Bewegungen in anderen Teilen der Welt ermutigt und bestärkt, insbesondere in Australien mit der Bewegung Convoy to Canberra [1] und in Europa [2].

Unterschiedliche Provinzen, unterschiedliche Politik

Das Notfallmanagementbüro von Nova Scotia hat eine Anordnung erlassen, die es den Demonstranten verbietet, den Trans-Canada Highway an der Grenze zwischen Nova Scotia und New Brunswick zu blockieren. Die Anordnung gilt auch für Personen, die entlang der Autobahn, die den Norden Nova Scotias bis zur Grenze von New Brunswick durchquert, anhalten oder sich versammeln. Die Geldbußen können für Privatpersonen bis zu 10.000 $ (7.000 €) und für Unternehmen, die die Anordnung missachten, bis zu 100.000 $ (70.000 €) betragen.

In einer fast altmodisch anmutenden Geste kündigte der Premierminister von Québec, François Legault, am 1. Februar seine Absicht an, die Einwohner der Provinz, die sich aus nichtmedizinischen Gründen nicht impfen lassen, finanziell zu bestrafen, und bezeichnete die Geldbuße als „Gesundheitsbeitrag“. Herr Legault erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Ungeimpften, obwohl sie 10 % der Bevölkerung Québecs ausmachen, die Krankenhäuser der frankophonen Provinz unverhältnismäßig stark belasten. [3]

Scott Moe, der Premierminister von Saskatchewan, hat seinerseits am Samstag einen Brief veröffentlicht, in dem er den Freedom Convoyunterstützt. Herr Moe, der dreimal geimpft wurde, begann seinen Brief mit einem Dank an die Lkw-Fahrer im ganzen Land dafür, dass sie geholfen haben, die nationale Wirtschaft während der Covid-Pandemie am Laufen zu halten. „ Die Lkw-Fahrer haben sich mobilisiert und weiterhin Waren transportiert, sie haben die Provinzgrenzen und die amerikanische Grenze überquert. (Sie) haben das vor den Schnelltests, vor den Frühbehandlungen und vor den Impfstoffen getan“. [4] „Da die Impfung die Übertragung nicht verringert, ergibt die aktuelle Bundespolitik in Bezug auf die Lkw-Fahrer an den Grenzen keinen Sinn. Ein ungeimpfter Lkw-Fahrer stellt kein größeres Übertragungsrisiko dar als ein geimpfter Lkw-Fahrer“, erklärte er. [5]

Die traditionellen Medien am Pranger

Die Organisatoren des Freiheitskonvois hielten am 30. Januar ihre erste Pressekonferenz ab und verboten den großen Medien die Teilnahme. „ Wir haben einige Presseagenturen von dieser Konferenz ausgeschlossen, insbesondere den Toronto Star und die CBC, die verbannt sind. Und der Grund, warum sie ausgeschlossen wurden, ist ein doppelter“, erklärte einer der Organisatoren, Benjamin Dichter. „ Erstens haben die ganze Woche über die CBC, der Toronto Star – Yahoo News hat mit ein paar anderen retweetet und repostet – und unablässig Artikel verbreitet, wonach unser GoFundMe aus niederträchtigen Gründen eingefroren oder gesperrt sei. Wissen Sie, die rechtsextremen Lkw-Fahrer, die gefährlichen Leute, und das war hysterisch“.

Tatsächlich begannen letzte Woche Presseartikel zu kursieren, die meldeten, dass die GoFundMe-Seite des Freiheitskonvois 2022 eingefroren sei und die Organisatoren darlegen müssten, wie die 8,1 Millionen Dollar, die durch mehr als 102.000 Spenden gesammelt wurden, ausgegeben würden.

Dichter erklärte, dass er, als Medien wie die Toronto Sun berichteten, das Konto sei eingefroren, Tamara Lich, eine weitere Organisatorin, kontaktiert habe, um zu sehen, ob alles in Ordnung sei, und festgestellt habe, dass GoFundMe kooperativ war: „ Sie sagte mir: ‚Ich habe sie vor 45 Minuten am Telefon gehabt. Sie sind großartig. Sie helfen uns. Alles wird sich regeln‘“, erklärte er über ihr Gespräch. [6]

Anschließend war die CBC, ein von der Regierung finanziertes kanadisches Medium, am Wochenende heftigen Reaktionen und Spott ausgesetzt, nachdem ein Moderator der Sendung angedeutet hatte, dass Russland hinter der immer populäreren Bewegung stecke. [7] Ein Video der Los Angeles Times vom 31. Januar zeigt Bilder von Menschenmengen, die die Ahornblattflagge schwenken, mit widersprüchlichen Bildunterschriften: „ Einige Demonstranten trugen Schilder und Fahnen mit Hakenkreuzen, und einer von ihnen trug eine amerikanische Konföderiertenflagge“. [8] Derjenige, auf den sie sich beziehen, war von einer Menge umringt, die ihn freundlich, aber bestimmt aufforderte zu gehen. [9] Diese Geste der Säuberung von extremistischen Elementen macht natürlich keine Schlagzeilen.

Vor Ort: eisiges Klima, aber herzliche Stimmung

Es ist schwierig, die Zahl der Menschen zu schätzen, die an den Demonstrationen in Ottawa teilgenommen haben, denn diejenigen, die die Zahlen haben, veröffentlichen sie nicht. Am 31. Januar waren die großen Menschenmengen des Wochenendes verschwunden. Dennoch blieben mehrere tausend Menschen rund um das Parlament.

Nicole Murphy, Journalistin des kanadischen Mediums The Pulse/Connect, erklärte live, dass sie sich bei dieser besonderen Demonstration, bei der sie die letzten drei Tage verbracht hat, äußerst sicher fühlte. Sie berichtet, dass die Menschen einander helfen, Essen und warme Kleidung bringen, tanzen und sich austauschen. „ Es war eher wie ein Festival.“ Sie berichtete live über die Informationen, die ihr Bürger aus ganz Kanada schickten. Sie sah weder die Polizei noch die Demonstranten an den Orten der Demonstrationen irgendjemanden misshandeln. Anderswo waren die Menschen und die Polizei offenbar aggressiver. [10]

Die Mainstream-Medien konzentrieren sich in der Regel schnell auf die Vandalen, und diese Demonstration ist keine Ausnahme, wobei ihre Lieblingsthemen die Hakenkreuze, die Konföderiertenflaggen und die „hasserfüllte Rhetorik“sind. Selten sind diejenigen, die ihre Kamera auf das gerichtet haben, was Murphy sah: die Demonstranten, die nach Gewalttaten eintreffen, die Schaufenster der Geschäfte reinigen und Blumen an geschändeten Denkmälern niederlegen. „ Die Mehrheit der Menschen will Liebe, Frieden, Wahlfreiheit und dass diese Verpflichtungen aufhören. Die Personen, die zu solchen Taten schreiten, gehören sicherlich weder zu den Lkw-Fahrern, noch zum harten Kern der Demonstranten.“ [11]

Auch die Aufmerksamkeit für andere scheint in der Luft zu liegen, mit Menschen, die Essen, Socken, Handschuhe und warme Kleidung für die eisige Kälte bringen. Das Marriott-Hotel war sehr gastfreundlich und ließ die Menschen ohne Maske herein, die Toiletten benutzen und sich waschen.

Premierminister Trudeau realitätsfern

Ironischerweise hatte der flüchtige Premierminister Justin Trudeau die Lkw-Fahrer im März 2020 als Helden gefeiert, als er twitterte: „ Während viele von uns zu Hause arbeiten, gibt es andere, die dazu nicht in der Lage sind – wie die Lkw-Fahrer, die Tag und Nacht arbeiten, um dafür zu sorgen, dass unsere Regale gefüllt sind. Also, wenn Sie können, bitte #MerciChezLeCamionneur für alles, was er tut, und helfen Sie ihm, wie Sie können.“ Heute meidet er sie wie die Pest und versteckt sich an einem geheim gehaltenen Ort, während sich der Konvoi der kanadischen Hauptstadt näherte.

Trudeau wurde positiv getestet, nachdem er sich bei einem seiner Kinder angesteckt hatte. Er wurde wütend, aber nicht auf sie. Der kanadische Premierminister schalt stattdessen die Demonstranten: „ Ich möchte sehr deutlich sein: Wir lassen uns nicht von denen einschüchtern, die Beleidigungen und Beschimpfungen gegen Beschäftigte kleiner Unternehmen ausstoßen und Obdachlosen das Essen stehlen. In unserem Land gibt es keinen Platz für Gewaltandrohungen oder Hass.“ Aber offenbar gibt es Platz für Zwangsmaßnahmen. So wie die Dinge stehen, wird das nicht mehr lange so sein.

 

Von Katiouchka, BAM!-Korrespondentin in Nordamerika


https://wentworthreport.com/2022/01/30/australian-truck-drivers-join-the-convoy-for-freedom/

https://www.instagram.com/freedomconvoyeurope2022/

https://www.foxnews.com/world/canadian-province-announces-plan-to-impose-fine-on-unvaccinated

https://www.dailywire.com/news/canadian-provincial-head-backs-freedom-convoy-pledges-to-end-vaccine-mandate

https://www.theepochtimes.com/makes-no-sense-canada-premier-vows-to-end-proof-of-vaccine-policy-as-truckers-protest-in ottawa

https://news.yahoo.com/apos-freedom-convoy-apos-bans-183212526.html

https://www.reddit.com/r/conspiracy_commons/comments/sfyc3x/the_cbc_suggests_that_russian_actors_are_behind/

https://www.latimes.com/world-nation/jhfidsu5pc-123

https://www.washingtonexaminer.com/news/man-with-confederate-flag-told-to-leave-by-ottawa-truckers-we-called-him-out

https://connect.collective-evolution.com/posts/live-at-parliament-in-ottawa

https://thepulse.one/2022/01/31/answering-the-most-controversial-questions-about-trucker-freedom-convoy/

Bildquelle: Screenshot und
https://www.qwant.com/?q=Justin+Trudeau&t=images&license=share&o=0%3AD92F5EF9E11C534AFFD3F2FB5CFED537F1C67FBC

Teilen
Wir suchen Verstärkung

BAM! braucht helfende Hände.

Redaktion, Übersetzung, Videoschnitt, soziale Netzwerke, Korrektorat, Veranstaltungen. Ehrenamtlich, wie wir alle.

← Zurück zur Startseite