Säubert YouTube die „medizinische Desinformation“ mit dem Hochdruckreiniger?
Die Plattform hat über ihren Blog angekündigt, ab dem 15. August 2023 alle Inhalte medizinischer Desinformation zu entfernen, die nicht den Segen der WHO erhalten haben.
Viele werden sicherlich applaudieren, doch was ist mit dem entscheidenden Punkt der Meinungsfreiheit, angesichts der zahlreichen Kontroversen im Gesundheitsbereich?
Die Covid-Krise war dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Wie werden Meinungsverschiedenheiten gelöst? Welche Mechanismen werden eingerichtet, um mögliche Einsprüche zu bearbeiten?
Werden nicht auch die alternativen Heilmethoden zu den ersten Opfern dieser Politik, die zwar nicht neu ist, sich aber in alarmierender Weise verschärft?
YouTube wollte eindeutig der Einführung der neuen, von der Europäischen Kommission auferlegten Regulierung, dem DSA, zuvorkommen, die an diesem 25. August begonnen hat.
Emission spéciale - Alerte DSA (auf Französisch)
Zensur: der Digital Services Act, ein neues europäisches Gesetz für 2024
Hier einige Auszüge:
„Eine langfristige Vision für die Richtlinien von YouTube zu medizinischer Desinformation“
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„… im Einklang mit den Empfehlungen lokaler und globaler Gesundheitsbehörden zu Themen, die ernsthafte Risiken in der realen Welt bergen, wie Desinformation zu COVID‑19, Impfstoffen, reproduktiver Gesundheit …“
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„Da sich medizinische Informationen – und Desinformation – ständig weiterentwickeln, braucht YouTube einen politischen Rahmen, der langfristig Bestand hat und das wichtige Gleichgewicht wahrt zwischen der Entfernung äußerst gefährlicher Inhalte und der Gewährleistung eines Raums für Debatte und Diskussion.“
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[…] „Diese Richtlinien gelten für bestimmte Gesundheitszustände, Behandlungen und Substanzen, deren Inhalt den lokalen Gesundheitsbehörden oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widerspricht.
Um festzustellen, ob ein Gesundheitszustand, eine Behandlung oder eine Substanz unter unsere Richtlinien zu medizinischer Desinformation fällt, prüfen wir, ob damit ein hohes Risiko für die öffentliche Gesundheit verbunden ist, ob es öffentlich zugängliche Empfehlungen von Gesundheitsbehörden weltweit gibt und ob das Thema generell anfällig für Desinformation ist.
So wird der Rahmen aussehen:
- Desinformation zur Prävention: Wir entfernen Inhalte, die den Vorgaben der Gesundheitsbehörden zur Prävention und Übertragung bestimmter Gesundheitszustände sowie zur Sicherheit und Wirksamkeit zugelassener Impfstoffe widersprechen.“ […]
- „Desinformation zur Behandlung: Wir entfernen Inhalte, die den Vorgaben der Gesundheitsbehörden zu Behandlungen bestimmter Gesundheitszustände widersprechen, einschließlich der Werbung für bestimmte schädliche Substanzen oder Praktiken.“[…]
- „Leugnungs-Desinformation: Wir entfernen Inhalte, die die Existenz bestimmter Gesundheitszustände bestreiten. Dies umfasst Inhalte, die leugnen, dass Menschen an COVID‑19 gestorben sind.“
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„Ab heute und verstärkt in den kommenden Wochen beginnen wir, Inhalte zu entfernen, die für Krebsbehandlungen werben, die sich als schädlich oder unwirksam erwiesen haben, oder Inhalte, die Zuschauer davon abhalten, eine professionelle medizinische Behandlung in Anspruch zu nehmen.“
[…] „Für die Zukunft wollen wir sicherstellen, dass es einen soliden Rahmen gibt, auf den wir uns stützen können, wenn neue Richtlinien zu medizinischer Desinformation nötig werden.“
Sandrine für BAM!
Lesen Sie den vollständigen Artikel hier:
A long term vision for YouTube’s medical misinformation policies
Der Vorspann stammt von der BAM!-Redaktion.
Auszüge aus dem Artikel von BAM! aus dem Englischen übersetzt.
Illustration:
„farmers sprying pesticide in wheat field wearing protective clothing“ von xb100
Bildnachweis adobestock 132117575
