„Die Impfstoffpreise sind vertraulich, im Interesse aller“, betont die Europäische Kommission
„Die Europäische Kommission hat am Freitag die Notwendigkeit bekräftigt, die Vertraulichkeit der Preise für die Covid-19-Impfstoffe zu wahren, ‚im Interesse aller‘, wenige Stunden nachdem die belgische Staatssekretärin Eva De Bleeker eine Zahlentabelle veröffentlicht hatte.“
„Diese Vertraulichkeit ist vertraglich festgelegt, und ‚dafür gibt es gute Gründe‘, sagte ein Sprecher der Kommission.
‚Das liegt im Interesse der betroffenen Unternehmen, aber auch der Kommission, der Mitgliedstaaten und der Bürger. Denn sollte diese Information veröffentlicht werden, würde das unsere Position in anderen, noch laufenden Verhandlungen schwächen‘, begründete er.
Die Kommission sagt, sie verstehe die Forderung nach Transparenz über die Vorkaufverträge für Impfstoffe, betont aber, dass solche Verträge ohne Vertraulichkeitsklausel schlicht nicht zustande kämen. ‚Diese Klauseln garantieren gerade, dass die Impfstoffe geliefert werden‘.“
„Eine Tabelle, die nicht endgültig ist“
„Frau De Bleeker (Open Vld) hatte am Donnerstagnachmittag, während sich die Haushaltsdebatten in der Kammer in die Länge zogen, kurz auf Twitter eine Tabelle veröffentlicht, die Anzahl und Preis der Dosen der verschiedenen Impfstoffe auflistete, die die Kommission für die Mitgliedstaaten vorreserviert hat (AstraZeneca, Johnson & Johnson, Sanofi-GSK, BioNTech-Pfizer, CureVac und Moderna).
Sie hatte anschließend eingeräumt, es mit der Transparenz zu weit getrieben zu haben, versicherte aber, nichts gefährdet zu haben, und wies darauf hin, dass diese Zahlentabelle weder endgültig noch offiziell sei.“
„Dieser Fauxpas hat Frau De Bleeker immerhin einen Auftritt in der amerikanischen Presse beschert. Die New York Times schloss daraus, dass die EU 12 Euro pro Dosis des Impfstoffs von BioNTech-Pfizer zahle, während der offizielle Preis bei 15,9 Euro (19,5 Dollar) liege. Moderna stelle der EU die Dosis mit 18 Dollar (14,7 Euro) in Rechnung, obwohl das Unternehmen angekündigt hatte, mit einer Spanne von 25 bis 37 Dollar (20,4 bis 30,2 Euro) zu rechnen.“
„Der Open-Vld-Vizepremier Vincent Van Quickenborne eilte Frau De Bleeker zu Hilfe und wies auf Twitter darauf hin, dass diese Preise somit niedriger seien als jene, die in den letzten Monaten in den Medien kursiert hatten. ‚Also: Wozu der ganze Lärm? ‘, relativierte er.“
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