Die Task Force Impfung entdeckt die Wissenschaft wieder (Teil 1)

Die Task Force Impfung entdeckt die Wissenschaft wieder (Teil 1)

Anfang Juli bot die Société Scientifique de Médecine Générale (belgische wissenschaftliche Gesellschaft für Allgemeinmedizin) den Hausärzten ein Webinar mit dem Titel an: „Eine Auffrischungsdosis für entspannte Ferien: epidemiologische Lage“[1]. Hauptreferent war Jean-Michel Dogné, Leiter des Departements Pharmazie der UNamur, Pharmakovigilanzexperte bei der FAGG[2] und Anfang 2020 zum Mitglied des Globalen Beratenden Ausschusses für Impfstoffsicherheit (GACVS) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernannt.

BAM!-DETOX*

Auch wenn Jean-Michel Dogné nicht so stark in den Medien präsent war wie andere Experten, übt er doch nicht weniger Einfluss auf die Entscheidungen zur Gesundheitslage und zu den Impfkampagnen aus, da er Mitglied des Wissenschaftlichen Rates und der Task Force Impfung ist. Wir werden aber in einem zweiten Artikel darauf zurückkommen, denn diese Vielzahl von Funktionen ein und derselben Person verdient einige Klarstellungen.

Einige Passagen des Webinars haben unsere besondere Aufmerksamkeit erregt. Wir haben daher beschlossen, sie in zwei Teilen zu kommentieren.

Keine Impfung in einer epidemischen Phase

Zu Beginn seines Vortrags spricht Jean-Michel Dogné über die Impfstrategie: „Man vergisst allzu oft, dass man immer zu einem Zeitpunkt impft, an dem die epidemische Lage so niedrig wie möglich ist, um einer Welle zuvorzukommen, die kommen kann oder auch nicht. Zum Beispiel impft man gegen die Grippe immer im Oktober, für eine Welle, die im Januar, Februar oder März kommen könnte. Wir werden die Strategie, bei jeder neuen Variante im Eiltempo zu impfen, nicht mehr durchhalten können.“ (16. Minute).

Wie oft haben in den letzten zwei Jahren „Faktenchecker“ nach den Quellen für die Aussage gefragt, dass man nie mitten in einer Epidemie impft! Als ob dieser Gedanke auf einer bestimmten Seite eines Medizinlehrbuchs stehen müsste. Dabei handelt es sich um einen Denkprozess, der verschiedene Aspekte miteinander verbindet und zu einer allgemein anerkannten Regel guter Impfpraxis geführt hat.

Und nun taucht dieser Grundsatz im Mund eines Vertreters der Task Force Impfung wieder auf, der ihn mit den Worten einleitet: „Man vergisst es allzu oft“. Dabei schienen nur bestimmte Experten ihn vergessen zu haben, während andere nicht aufgehört haben, daran zu erinnern, auch auf BAM!. Aber es scheint, als hätte die offensichtliche Tatsache, dass die Massenimpfung ständig von den Virusmutationen überholt wird, erst unleugbar werden müssen, damit diese gute Praxis (wieder) zum Pfeiler der Strategie wird.

Varianten

Anschließend gibt Jean-Michel Dogné einige Erläuterungen zu der Variante, die derzeit in Belgien vorherrscht: „Heute ist die Omikron-Variante BA.5 in der Mehrheit. Wie bei BA.1 und BA.2 gibt es ein negatives Element, nämlich dass die Übertragung stärker ist, und ein positives Element, nämlich dass sie weniger schwer verläuft als die Delta-Variante. “

Dies erinnert an einen der Grundsätze der Virologie, der am 18. Januar 2022 in einem Artikel der Gruppe CovidRationnel mit dem Titel „Omicron, a game changer“ formuliert wurde[3] und in dem man lesen kann:

„Seine Entwicklung würde in diesem Fall dem Gesetz des amerikanischen Bakteriologen Theobald Smith (1859-1934) folgen. Nach diesem Gesetz verliert ein Erreger, der in einen neuen Wirt eingebracht wird, seine anfängliche Pathogenität bis hin zur Harmlosigkeit. In der Geschichte der Viren beobachtet man, dass Mutationen im Allgemeinen zu einem Virus führen, das zugleich ansteckender, aber weniger gefährlich für den Wirt ist. Das entspricht durchaus der Logik der natürlichen Selektion: Es muss ansteckender sein, um sich schneller zu verbreiten, hat aber keinen Vorteil davon, seinen Wirt (beim SARS-CoV-2 den Menschen) zu stark anzugreifen “.

Auf Atemwegsviren angewandt, wird dies offensichtlich [siehe Abbildung - Quelle Prof. M. Zizi, Twitter-Beitrag]. Ein Verstorbener hustet nicht mehr und kann NICHT einen anderen anstecken. Anders ist es bei Hepatitis-B-, HIV- oder Ebola-Viren, bei denen eine Ansteckung durch die infizierte Person möglich ist, selbst wenn sie verstorben ist.

Ein Virus, das sich schnell ausbreitet und in wenigen Wochen den ganzen Planeten besiedelt, kann nicht tödlich sein, was nicht bedeutet, dass man nicht krank werden kann.

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Zelluläre Immunität

In der 20. Minute spricht Jean-Michel Dogné von „zellulärer Immunität“, Worte, die bei manchen Experten dennoch tabu sind… darunter Jean-Michel Dogné selbst:

„Wir haben nur begrenzte Daten zur Wirksamkeit der aktuellen Impfstoffe gegen die Varianten BA.4 und BA.5. Aber die vorläufigen Daten scheinen dieselbe Art von Schutz zu zeigen wie bei BA.2, nämlich eine weniger wirksame Bildung neutralisierender Antikörper. Die Menschen können sich also erneut infizieren, auch wenn sie dreimal geimpft sind. Aber die Wirksamkeit gegen schwere Verläufe bleibt gut, weil sie weniger mit neutralisierenden Antikörpern und mehr mit der zellulären Immunität zusammenhängt.“

Das Hauptargument für die Überlegenheit der Immunisierung durch Impfung gegenüber der Immunisierung durch die Krankheit beruhte bisher immer auf dem Spiegel neutralisierender Antikörper, der nach der Impfung weit höher ist als nach der Krankheit. Ohne dass jemals jemand einen genauen Wert hätte festlegen können, der für einen Schutz erreicht werden muss, war diese große Menge an impfinduzierten neutralisierenden Antikörpern eine Art Heiliger Gral, den die Krankheit nicht erreichen konnte. Man ging so weit zu vergessen, dass es völlig normal ist – es handelt sich um ein Grundkonzept der Immunologie –, dass ein Antikörperspiegel innerhalb weniger Monate sinkt, denn ohne diese Abnahme würden die Tausenden verschiedenen Antikörper, die jeder von uns angesammelt hat, im Blut keinen Platz für das übrige Plasma lassen. Die Antikörper bleiben dann in verringerter Zahl, aber sehr wohl vorhanden, um das immunologische Gedächtnis zu bilden – über unsere zelluläre Immunität.

Zahlreiche Wissenschaftler haben jedoch vergeblich versucht, an die Existenz der zellulären Immunität zu erinnern, jenes anderen Teils der Immunität, der zur humoralen Immunität (über die Antikörper) hinzukommt, wie man in dieser Veröffentlichung von CovidRationnel vom Oktober 2021 lesen kann, die auf die Bedeutung dieser zellulären Immunität aufmerksam macht[4]:

„Die Messung der Anti-SARS-CoV-2-Antikörper ist aufgrund der individuellen und zeitlichen Variabilität nur ein ungefährer Indikator für den Immunstatus. Außerdem ist ein wichtiger Bestandteil der Immunantwort die zelluläre Immunität, die unabhängig davon gemessen wird.“

Jean-Michel Dogné hätte wertvolle Zeit gewonnen, wenn er sich früher an den Ansichten von Menschen orientiert hätte, die offensichtlich besser über das Thema informiert sind als er, denn etwas später erwähnt er die Unmöglichkeit, anhand des Antikörperspiegels festzustellen, ob eine Person geschützt ist oder nicht, da jeder Mensch anders reagiert und dieser Spiegel im Laufe der Zeit stark schwankt.

Dennoch scheint ihm dieser Begriff der zellulären Immunität noch nicht ganz klar zu sein, denn im weiteren Verlauf des Webinars kommt er trotz allem mehrmals auf die Notwendigkeit zurück, den Spiegel neutralisierender Antikörper durch den 2. Booster wieder anzuheben, weil der Spiegel mit der Zeit sinkt.

Um die 25. Minute sagt er:

„Manche Leute, die in die Medien gehen, sagen, es sei viel besser, sich auf natürlichem Weg zu infizieren. Aber wir sehen, dass der Spiegel neutralisierender Antikörper auch bei infizierten Personen mit der Zeit sinkt.“

Es wäre interessant, die Ärzte, die an diesem Webinar teilgenommen haben, zu fragen, ob ihnen der Widerspruch in diesen Aussagen aufgefallen ist. Das war wahrscheinlich bei einigen der Fall, aber wir möchten diesen Widerspruch deutlich machen.

Gehen wir also die Abfolge der Aussagen noch einmal durch:

  • Die Impfstoffe bleiben trotz des starken Rückgangs des Antikörperspiegels gegen Krankenhausaufenthalte und schwere Verläufe wirksam, weil dieser Schutz wenig von neutralisierenden Antikörpern (humorale Immunität), sondern mehr von der zellulären Immunität abhängt.
  • Man muss gefährdete Patienten ermutigen, den zweiten Booster zu machen, weil man einen starken Rückgang der neutralisierenden Antikörper beobachtet und in Studien sieht, dass der zweite Booster einen erneuten Anstieg der neutralisierenden Antikörper bewirkt.
  • Die Immunisierung über die Krankheit ist nicht besser als die Immunisierung über den Impfstoff (und daher nicht wünschenswert), weil der Spiegel neutralisierender Antikörper auch bei infizierten Personen sinkt.

Nur hängt der Schutz vor Krankenhausaufenthalten und schweren Verläufen vor allem von der zellulären Immunität und wenig von den neutralisierenden Antikörpern ab…

Erst wenn man diese drei Aussagen hintereinander liest, versteht man, woher das Unbehagen kommt, das man empfindet, wenn man sie getrennt und mit einem gewissen zeitlichen Abstand hört. Dieses Unbehagen rührt daher, dass die Argumentation den Satz vom Widerspruch nicht beachtet, der der grundlegende Pfeiler logischen Denkens ist und sich so zusammenfassen ließe: „Es ist unmöglich, ein und dieselbe Sache zu behaupten und zu verneinen.“

Wenn der Schutz vor schweren Verläufen trotz des Rückgangs der neutralisierenden Antikörper im Laufe der Zeit gut bleibt, dann deshalb, weil er vor allem von der zellulären Immunität abhängt. Der Rückgang der neutralisierenden Antikörper nach einer Infektion kann kein Argument für eine Unwirksamkeit der Immunisierung durch die Krankheit sein. Ebenso wenig kann der Rückgang der Antikörper nach der Impfung ein ausreichender Grund sein, die Verabreichung eines 2. Boosters zu empfehlen.

Ist es also nicht höchste Zeit, dass der Spiegel neutralisierender Antikörper nicht mehr der maßgebliche Indikator für die Impfstrategie ist, da er ein schlechter Indikator für die Qualität der Immunität ist?[5]

Impfung und Immunsuppression

Wir nutzen dieses Thema der neutralisierenden Antikörper, um den Bericht über das Webinar kurz zu verlassen. Anfang August stellte Professor Martin Zizi Ministerin Christie Morreale eine grundlegende Frage zur Berechtigung der Verabreichung des 2. Boosters an immunsupprimierte Personen. Da die Impfung eine vorübergehende Immunsuppression von noch unbekannter Dauer hervorrufen kann, ist es legitim, diese Frage zu stellen. Nach der Sperrung des Kontos von Prof. Martin Zizi übernahm ein Internetnutzer.

Jean-Michel Dogné antwortete: „Ja, Immunsupprimierte müssen vorrangig geimpft werden“ und untermauerte seine Antwort mit einer Studie, die zeigt, dass die Impfung die humorale Immunität (die Antikörper) bei Immunsupprimierten erhöht[6]. Ministerin Morreale billigte diese Antwort mit einem Like.

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Wir werden uns nicht mit den Einschränkungen dieser Studie befassen – die die Autoren übrigens selbst erwähnen –, möchten aber darauf hinweisen, dass Jean-Michel Dogné erneut den Spiegel neutralisierender Antikörper heranzieht, um die Wirksamkeit der Impfung bei immunsupprimierten Patienten zu begründen.

Liest man die Studie jedoch bis zum Ende, findet man diese Passage: „Furthermore, the antibody response is only one component of the immune response to vaccines, therefore, antibody titer does not necessarily imply clinical protection.“, was bedeutet: „Außerdem ist die Antikörperantwort nur ein Bestandteil der Immunantwort auf Impfstoffe, daher bedeutet der Antikörpertiter nicht unbedingt einen klinischen Schutz.“

Außerdem liegt bei vielen immunsupprimierten Patienten (denjenigen, die zu den vom 2. Booster betroffenen Gruppen gehören) das Problem eher in einer mangelhaften zellulären Immunantwort, wie in diesem Artikel erklärt wird, der die Immunstörungen zum Beispiel bei Patienten mit Niereninsuffizienz beschreibt[7], bei denen ein Mangel und eine Fehlregulation der T-Lymphozyten beobachtet wird.

Eine Erhöhung des Spiegels neutralisierender Antikörper durch die Impfung garantiert also keineswegs einen guten Schutz immunsupprimierter Patienten, sondern bei denjenigen, bei denen der Impfstoff eine zusätzliche Immunsuppression hervorruft[8], wird sie ihre Anfälligkeit gegenüber Sars-Cov 2, aber auch gegenüber vielen anderen Viren sogar noch verschlimmern.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Impfstoff einen vorübergehenden Rückgang der T-Lymphozyten verursacht, denn das Phänomen ist bereits beim Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff bekannt[9] sowie bei bestimmten Grippeimpfstoffen[10]. Die ersten klinischen Studien der Pharmafirmen[11] haben übrigens auf diesen Rückgang der T-Lymphozyten hingewiesen: „The largest changes from baseline in laboratory values were transient decreases in lymphocyte counts, which resolved within 1 week after vaccination.“ („Die größten Veränderungen gegenüber den Ausgangswerten im Labor waren vorübergehende Abnahmen der Lymphozytenzahl, die sich innerhalb einer Woche nach der Impfung zurückbildeten.“)

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War es angesichts dieses bekannten Phänomens des Rückgangs der T-Lymphozyten nach der ersten Dosis nicht zwingend, es einerseits vorrangig bei immunsupprimierten Patienten zu untersuchen (die nicht in die ersten Studien einbezogen waren) und andererseits zu beobachten, wie sich dieses Phänomen im Lauf der verabreichten Dosen entwickelt?

Denn, wie jeder leicht zugeben wird: Einem bereits immunsupprimierten Patienten ein Produkt zu verabreichen, das eine, wenn auch vorübergehende, Immunschwäche hervorrufen kann, heißt, ihn dem Risiko einer erhöhten Infektanfälligkeit auszusetzen. Auch wenn der hohe, durch die Impfung erworbene Spiegel neutralisierender Antikörper vielleicht ausreicht, um sie vorübergehend vor einer schweren SARS-CoV2-Infektion zu schützen, welchen anderen Krankheitserregern setzt man sie dabei aus? Auch wenn die offiziellen Zahlen einen Rückgang der Inzidenz von Covid-Krankenhausaufenthalten bei dreifach geimpften Patienten zeigen, gibt es keine Zahlen zur Inzidenz von Krankenhausaufenthalten wegen anderer Infektionen.

Die Frage an die Ministerin und ihr „Like“ einer medizinisch falschen Antwort bleiben also brandaktuell.

Die Hypothese, dass die durch die Impfung erzeugten neutralisierenden Antikörper mit einem Medikament verglichen werden können, das wirkt, solange seine Konzentration im Blut hoch ist – ein Vergleich, den Prof. Delfraissy verwendet[12] –, ist eine plausible Hypothese. Doch diese vorübergehende Wirksamkeit muss gegen die Risiken abgewogen werden, denen man bereits immunsupprimierte Patienten aussetzt, wenn man diese Immunsuppression verstärkt und wenn sich dieses Phänomen mit jeder neuen verabreichten Dosis verstärkt, wie es das Toleranzphänomen nahelegt.

Toleranzphänomen

Kehren wir also zum Bericht über das Webinar zurück, in dem Jean-Michel Dogné in der 34. Minute Folgendes sagt:

„Die vorläufigen Daten zu Omikron zeigen, dass es beim zweiten Booster ein Toleranzphänomen gibt (das war schon beim ersten Booster der Fall): Die Wirksamkeit nimmt mit der Zeit ab, und sie nimmt schneller ab. Der zweite Booster hat eine Wirkung, die mindestens 6 Wochen anhält. Nach 2 Monaten gibt es einen noch deutlicheren Rückgang. Aber in dieser Zeit, in der Covid zirkuliert, lohnt es sich für die gefährdetsten Bevölkerungsgruppen, diese zwei Monate vor einer eventuellen weiteren Impfung zu gewinnen.“

Eine fünfte Dosis scheint also bereits für den Herbst bei immunsupprimierten Patienten ins Auge gefasst zu werden, obwohl es immer noch keine offiziellen Daten zu den Auswirkungen der kumulierten Dosen auf die zelluläre Immunität gibt und obwohl dieses Toleranzphänomen, das mit dem zweiten Booster noch zunimmt, sehr wahrscheinlich auf eine Veränderung dieser zellulären Immunität zurückzuführen ist. Wir werden nicht auf Einzelheiten eingehen, die den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen. Wer weitergehen möchte, dem empfehlen wir die Studie mit dem Titel „The BNT162b2 mRNA vaccine against SARS-CoV-2 reprograms both adaptive and innate immune responses“[13].

(Später) Paradigmenwechsel

Eine weitere Passage des Webinars, die ebenfalls bemerkenswert erscheint, findet sich um die 28. Minute, denn Jean-Michel Dogné verwendet dort den Ausdruck „das Paradigma wechseln“:

„Sollte man angesichts dieser Beobachtungen nicht das Paradigma wechseln? Soll man weiterhin endlose PCR-Tests finanzieren, um die Zahl der Fälle oder die Inzidenz der Fälle genau zu bestimmen? Oder sollte man sich eher auf die Untersuchung der Wirksamkeit bei symptomatischen Verläufen und bei Krankenhausaufenthalten konzentrieren?“

Es ist unmöglich, alle Male aufzuzählen, bei denen unabhängige Experten versucht haben, auf die Nutzlosigkeit und die exorbitanten Kosten der Massentest-Strategie sowie auf die Sinnlosigkeit der Verfolgung der Zahl der „Fälle“ aufmerksam zu machen, doch wir laden die Leser ein, einige sehr gut dokumentierte Analysen wie diese erneut zu lesen:

Pour une stratégie de dépistage efficace et objective des personnes susceptibles de transmettre le SARS-CoV-2 – Le blog du #covidrationnel

in der man lesen kann:

„ Dagegen sollten kalibrierte PCR-Tests nur für die klinische Diagnose kranker oder symptomatischer Personen im Krankenhaus oder auf ärztliche Anordnung verwendet werden; allenfalls im Rahmen eines gezielten Screenings oder einer gezielten Untersuchung (zum Beispiel bei bestimmten Infektionsherden oder „Clustern“, dann aber mit PCR-Speicheltests, die schneller und kostengünstiger sind als Nasen-Rachen-Tests.)“

Die Illusion der stabilen Variante

Um die 33. Minute erklärt Herr Dogné:

„Alle 3-4 Monate sehen wir eine neue Variante auftauchen, die innerhalb von 4 Wochen vorherrschend wird. Wir sind bei allem, was wir vorhersehen können, immer 3-4 Monate im Rückstand. Hätten wir den Impfstoff jedes Mal anpassen müssen, wären wir ohnehin immer zu spät gekommen. […] Es ist schwierig, heute angepasste Impfstoffe ins Auge zu fassen, angesichts der recht schnellen Entwicklung der verschiedenen Varianten, solange wir keinen viel stabileren Stamm haben.“

Angesichts der hohen Häufigkeit und Geschwindigkeit der Mutationen von Coronaviren (rund 20 tausend Punktmutationen in 12 Monaten, die etwa dreißig klinische Varianten hervorgebracht haben) war es natürlich vorhersehbar, dass es unmöglich sein würde, die Impfstoffe für jede vorherrschend werdende Variante anzupassen. Und einen viel stabileren Stamm von SARS-CoV-2 zu erwarten, ist eine Illusion.

Übertragung und Schleimhautimmunität

Auch wenn es in diesem Webinar noch viele Punkte anzumerken gäbe, beenden wir diesen Artikel mit der Wirksamkeit (oder vielmehr Unwirksamkeit) der Impfung auf die Übertragung.

Denn am Ende der Sitzung, bei der Beantwortung der im Chat gestellten Fragen, musste Jean-Michel Dogné das Thema ansprechen, das einige teilnehmende Ärzte zu beschäftigen schien.

Um die 57. Minute sagt er Folgendes:

„Die aktuellen Impfstoffe haben, das muss man zugeben [Hervorhebung durch BAM! Detox], bei der Übertragung eine gewisse Enttäuschung gebracht. Das heißt nicht, dass es nicht funktioniert, aber je nach Variante hatten wir selten mehr als 40 bis 50 %. Und bei der Omikron-Variante liegt die Wirksamkeit auf die Übertragung bei unter 30 %. Der Vorteil von intranasalen Sprayimpfstoffen ist, dass sie über die Schleimhautimmunität und die lokalen Antikörper, die sie stärker ausbilden, den Eintritt des Virus und vor allem seinen Wiederaustritt blockieren. […] Sie werden also ergänzend sein, und man könnte injizierbare Impfstoffe mit intranasalen Impfstoffen kombinieren.“

Diese Passage erinnert uns unweigerlich an den Artikel, den Prof. Bernard Rentier im Januar 2022 geschrieben hat[14] und in dem er erklärte:

„Stimulieren die Impfstoffe die Schleimhautimmunität? Die außergewöhnlich schnelle Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 in großem Maßstab hat Vorrang vor der immunologischen Grundlagenarbeit erhalten, die für ein gutes Verständnis der wesentlichen Merkmale der Immunität gegen dieses Virus, insbesondere ihrer Schleimhautkomponente, notwendig ist. Die Impfung mit dem Boten-RNA-Impfstoff BNT162b2 (Pfizer/BioNTech) bewirkt die Bildung neutralisierender Antikörper im Blut, aber nicht im Speichel, was darauf hinweist, dass die Immunität der Mund- und Nasenschleimhaut durch dieses Impfprotokoll wenig aktiviert wird; das erklärt, warum das Virus bei Geimpften infektiös bleibt. “

Es sei auch daran erinnert, dass seit mehr als einem Jahr – in Veröffentlichungen in den Fachzeitschriften Science und Nature[15] [16] – berichtet wird, dass die Immunität durch spontane Immunisierung infolge einer SARS-Infektion zu einer breiten und vor allem mukosalen Immunantwort führt, d. h. mit geeigneten Antikörpern in den Schleimhäuten des Bronchialbaums – und diese Antikörper blockieren die Übertragung. Dies wurde bei ungeimpften Kindern in Israel beobachtet[17] und unabhängig davon in einer in der Zeitschrift Science veröffentlichten Studie[18], die Dr. Dognée offenbar nicht gelesen hat.

Letztlich zeigt dies, dass die normale Immunität im Gegensatz zur Impfimmunität im Fall von SARS besser und länger schützt und vor allem die Übertragungen bremst, und dass daher nicht die Ungeimpften diejenigen waren, die das Virus verbreiteten!

Zurück zu einer rationaleren Wissenschaft?

Das Ansehen dieses ersten Teils des Webinars zeigt eine Entwicklung im Diskurs eines einflussreichen Experten und lässt ein künftiges Management erwarten, das den Grundprinzipien der Medizin besser entspricht.

Wie dem auch sei, es ist mehr als berechtigt zu fragen, warum es so lange gedauert hat, zu erkennen, was zahlreiche unabhängige Experten seit langem sagen, und warum die Meinung dieser unabhängigen Experten von den Behörden nicht gehört und befolgt wurde.

Das hätte viel Verschwendung und Enttäuschungen vermieden.

Auch wenn man die Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann, ist es merkwürdig, dass wir auch heute noch nicht die Experten am Tisch sehen, die richtig lagen, anstelle derer, die sich so oft geirrt haben…

 

Von BAM!-DETOX


[1] Actualité COVID-19 - SSMG

[2] Jean-Michel Dogné, expert pharmacovigilance auprès de l’AFMPS, est nommé membre du Comité consultatif mondial de la sécurité vaccinale de l’Organisation mondiale de la Santé

[3] Omicron, a game changer

[4] De source sûre ! – Le blog du #covidrationnel

[5] Understanding T cell responses to COVID-19 is essential for informing public health strategies | Science Immunology

[6] Robust antibody response after a third BNT162b2 vaccine compared to the second among immunocompromised and healthy individuals, a prospective longitudinal cohort study - ScienceDirect

[7] Dysrégulation immunitaire dans l’insuffisance rénale chronique - Encyclopédie médicale - Medix

[8] Thinking beyond behavioural change as an explanation for increased COVID post vaccination | The BMJ

[9] Depressed lymphocyte function after measles-mumps-rubella vaccination

[10] The effect of killed influenza virus vaccine on the kinetics of normal human lymphocytes

[11] Safety and Immunogenicity of Two RNA-Based Covid-19 Vaccine Candidates | NEJM

[12] Covid-19 : le vaccin est "un peu un médicament" avec "une action formidable", pour Jean-François Delfraissy

[13] The BNT162b2 mRNA vaccine against SARS-CoV-2 reprograms both adaptive and innate immune responses | medRxiv

[14] Et l’immunité mucosale ? – Ouvertures immédiates / Immediate openings

[15] Kids and COVID: why young immune systems are still on top

[16] Delta reinfection risk low among unvaccinated children

[17] IgA antibodies may protect unvaccinated people from COVID-19 infection

[18] IgA antibodies seem to protect unvaccinated against COVID-19, study finds -- ScienceDaily

* BAM!-DETOX vereint Universitätsprofessoren, Ärzte, Menschen aus dem pharmazeutischen und medizinischen Bereich sowie unabhängige Journalisten. BAM!-DETOX hat zum Ziel, die in den Medien und sozialen Netzwerken verbreiteten Informationen zu analysieren und zu überprüfen.

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